Gasthaus zur Krone

Gästehaus Waibel


Maddin Schneider

Maddin Schneider bei der KulturKrone

Am Donnerstagabend hatte Meister Maddin seinen Auftritt im Gasthaus zur Krone bei der KulturKrone. Und die Besucher im vollbesetzten Saal wollten von ihm hören, warum Buddha auch ein Hesse hätte sein können. Als indischer Guru betrat Meister Maddin die Bühne, tanzte kurz wie ein indischer Derwisch und verfiel dann in sein Markenzeichen, nämlich in seinen breiten und absichtlich übertrieben hessischen Dialekt.

Hessen und Indien seien früher ein Kontinent gewesen, erklärte Maddin. Der aus Indien stammende Yoga sei dazu da, einen geschmeidig und entspannt zu machen. Es gebe auch eine typisch hessische Variante, nämlich das „Babbel-Yoga“. Das Babbeln kommt in Hessen besonders häufig vor. So kommt es vor, dass Männer bewusst Stuss reden, um sich „einfach ma’ das Hirn freizublase“. Das nenne man „Dummbabbele“. Damit man aber besser in die Technik dieser speziellen Yoga-Übung einsteigen könne, solle man zuvor das Dummbabbele üben. Immer wieder baut Maddin die Gäste in Sprechübungen mit ein und lässt diese Sätze nachsprechen.

Geschichten wie diese machen alleine noch nicht die Komik von Schneiders Programm aus. Viel entscheidender ist seine Art, sie zu erzählen. Er ist ein Genie in Sachen Mimik und Gestik. Die ist manchmal extrem, etwa wenn er die Augen weit aufreißt. Manchmal ist sie auf besondere Weise kühl. In beiden Fällen macht er bewusst Gebrauch von seinen charakteristischen Gesichtszügen.

Maddins „Omma“ war auch mehrfach Thema des Abends.  Immer wieder werden Zitate der Oma von Ihm in sein Programm eingebaut, was den Zuschauern ein Lachen ins Gesicht zaubert.

Am Beginn des zweiten Programmteils erklärte Maddin den „hessische Sonnegruß“: Der bestehe darin, die Hand zu heben und „Helau“ zu rufen, und das jeden Tag, nicht nur beim Karneval.

Außerdem lehrt uns Meister Maddin ganz praktische Übungen für das Wurzel-Chakra, zum Beispiel mit Baaaadeschauuuuum . . .“. Aber nicht nur das. „Wenn Sie sich einmal ganz toll aufgeregt haben und so richtig auf 100 sind, dann probieren Sie das Babbel-Yoga einfach mal selber aus“, gab Meister Maddin dem Publikum den weisen Ratschlag.

Viele Lacher gab es auch, als Maddin zum Abschluss mit seinem Publikum „Stöhn-Yoga“ übte. Mit einer kleinen Zugabe bedankte er sich für den lang anhaltenden Beifall. Er berichtete, er und ein Freund seien nach dem Genuss eines Zwiebelkuchens in der Sauna in einen Whirlpool gegangen.

Unter tosendem Applaus verabschiedet sich der bekannte Comedian von den Gästen.

Simon & Jan 1

"Halleluja" erklingt in Durlangen"

Scharfzüngige, absurd-komische Texte kombiniert mit meisterhaften Gitarrenklängen, das gab es am vergangenen Freitag auf der Bühne im Gasthaus zur Krone in Durlangen.  Simon & Jan, Liedermacher aus Oldenburg waren zu Gast bei der KulturKrone.

Sie sind die neuen Sterne des deutschen Musik-Kabaretts. Intelligente Texte aus popkulturellen Versatzstücken, schräge Reime, deren hintergründiger Sinn sich manchmal genüsslich langsam im Gehirn entfaltet und überraschende Wendungen, Ecken und Kanten zeichnen das Liedermacher-Duo aus und zwingen das Publikum auch bei den ganz ruhigen Tönen gebannt zuzuhören. 

Was die Beiden musikalisch mit Ihren zwei Gitarristen bieten ist eine Ohrenweide. Feinster Harmoniegesang wechselt sich mit a cappella artigen Rhythmusfiguren ab. Sehr souveräne Stilwechsel jagen durch die Songs und den wunderschönen Gitarrenarrangements. 

In ihrem neuen Programm "Halleluja!" werden Sie der Erwartungshaltung des klassischen Kabarettpublikums gerecht.  Es wird dem Bürger aufs Maul, in den Kopf und in den Facebook-Account geschaut, man fühlt sich angesprochen und zuweilen ertappt und entlarvt. Sie singen sich in den Kopf ihres Zuhörers, zum Beispiel mit Ihrem Song „Weil ich kann“.

Optisch kommen Simon und Jan als komplette Gegensätze daher. Simon sehr ruhig und gelassen und Jan, der durch das Programm moderiert und durch seine tolle Mimik begeistert.

Ihre Texte sind saukomisch und teilweise überdreht. Sie stehen mit Riesenmagneten vor Piercing-Shops, begeben sich auf die Suche nach der Eierleckenden Wollmilchsau, und das moralische Dilemma der Wohlstandsgesellschaft klingt bei ihnen in etwa so: "Mein Leben ist ein Ponyhof, doch leider find ich Ponys doof."

Mit Ihrem Lied „Krawall und Remmidemmi“, gesanglich unterstützt vom gesamten Publikum und nach drei gespielten Zugaben wurden die beiden Oldenburger mit tosendem Beifall von der Bühne der KulturKrone verabschiedet.