Gasthaus zur Krone

Gästehaus Waibel

André Hartmann


RADIO-AKTIV in Durlangen

André Hartmann mit seinem neuen Musikkabarett-Solo bei der KulturKrone 

Er beherrscht sein E-Piano, ist sehr schlagfertig und er imitiert perfekt Promistimmen. Mit diesem Repertoire begeistert der sympathische Schwabinger das Publikum im Saal des Gasthaus zur Krone in Durlangen.

 Sein Programm „RADIO-Aktiv“ ist interaktiv. Hartmann mimt den Radiomoderator und die Gäste der KulturKrone sind seine Anrufer. Ganz nach dem Motto „Sie wünschen, er spielt“. So rufen die Gäste bekannte Songs aus dem Radio und Hartmann spielt live auf seinem Tasteninstrument, allerdings nicht mit Original-Sänger. Er überzeugt mit seinem Talent der Stimmimprovisation. Und so singt er zum Beispiel Howard Carpendales „Hello again“ mit der Stimme und im Stil von Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg. 

Zwischen seinen Liedern begeistert er mit Sprache und Wortspielen und parodiert Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundeskanzlerin Angela Merkel oder auch Inge Meysel.

Hartmann ist schlagfertig. Selbst der Lärm der Kühlmaschinen der nebenanliegenden Metzgerei bringt Ihn nicht aus der Ruhe. Er überspielt diesen mit seinem Piano und singt einfach in der Sprache der Aborigines aus Australien.

Das Publikum ist begeistert.

Genial spielt er sein Instrument und kombiniert gleichzeitig drei Lieder zu einem und aus dem Originallied wird die Klassikversion zum Beispiel von Komponisten wie Bach oder Chopin. 

Tosender Applaus von Seiten des Publikums war der Dank für einen gelungenen Abend aus Wortwitz auf hohem Niveau, preisgekröntem Klavierspiel und unfassbarer Spontanität.

Jens Heinrich Claassen

Der Nerd begeistert in Durlangen

Jens Heinrich Claassen am vergangenen Freitag bei der KulturKrone.

Von der Karibik auf dem AIDA Schiff über einen Auftritt in Trier kam der gebürtige Münsteraner Jens Heinrich Claassen nach Durlangen zu seinem ersten Gastspiel bei der KulturKrone im Gasthaus zur Krone.

Der jetzt in Düsseldorf wohnende Klavierkabarettist erzählt von seinem täglichen Kampf, sich im Leben zurechtzufinden und beantwortet dem Zuschauer die wichtigsten Fragen: Weshalb er maßgeblich an der Weiterentwicklung von Deodorants beteiligt ist oder warum er niemals sein Essen teilt. Jens Heinrich Claassen outet sich als Computersammler und nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise in seine ganz eigene Welt.

Er interagiert mit dem Publikum und so spielen an diesem Abend die Besucherin Gaby und Berufsschullehrer Markus eine sehr große Rolle. Immer wieder bindet er die beiden verbal mit in sein Programm ein.

„Jens Heinrich Claassen wirkt unglaublich authentisch, wie er mit einer guten Portion Selbstmitleid auf der Bühne steht, mit dem Publikum herumalbert und Klavier spielt. Sein ganzes Programm wirkt völlig spontan und impulsiv, beispielsweise als er ein Lied aus zusammenhanglosen Wörtern wie Korrelationskoeffizienz, Apokalypse, Mettbrötchen und Panzerspähwagen für Gaby erfindet und singt. Und genau diese Mischung aus Kreativität und spontanem Enthusiasmus ist es, die Jens Heinrich Claassen zu einem Comedian der besonderen Art macht.

Er schafft es, in jeden seiner cleveren Witze so viel Persönlichkeit und Charisma zu legen und mutiert auf der Bühne zum hinreißenden Casanova. Charmant präsentiert er Lieder von schauerlichen Spieleabenden und von der Zahl PI mit 115 Stellen nach dem Komma. Claassen ist ein hervorragender Pianist und er hat alles was ein Kleinkünstler braucht um erfolgreich zu sein.

Am Ende wurde viel gelacht und man kann verstehen, was es heißt, ein echter Nerd zu sein. Mit einer Zugabe und unter frenetischem Beifall verabschiedete sich der sympathische Künstler von den Besuchern.

Matthias Brodowy

Ein Vertreter des gehobenen Blödsinns

Mit seinem Programm „Bis es Euch gefällt“ hat der Kabarettist Matthias Brodowy die Gäste bei KulturKrone im ausverkauften Saal des Gasthaus zur Krone in Durlangen unterhalten.

Durlangen. Für sein Publikum in Durlangen hatte der Hannoveraner das Beste aus seinen bisherigen neun Programmen zusammengestellt. Der selbst ernannte „Vertreter für gehobenen Blödsinn“ führte den Zuschauer zurück in die wunderbare Zeit des käferorangefarbenen Wählscheibentelefons, als er im Blockflötenensemble ganze Seniorenheime tyrannisierte. Als selbst ernannter „Chief director for a high level bullshit“ sprach er über Handysüchtige und erinnerte die Besucher an den Brokatüberzug für das Telefon von damals als „digitale Handyschale“.

Auch seine mehr als skurrilen Albträume, in denen er mehreren Politikern begegnet, warf er zwecks persönlicher Verarbeitung musikalisch der Allgemeinheit zum Fraß vor.

Mit viel Applaus quittierte die Zuhörerschaft die Geschichte im Zug auf der Fahrt von Hannover nach Wuppertal im Wagenabteil mit Handyverbot. Auch der kürzeste Witz, bei dem es um den Kauf einer Tüte mit Süßigkeiten geht, sorgte für Heiterkeit: „Brauchen Sie eine Rechnung? - „Nein, ein Bonbon-Bon reicht mir“!

Dann aber kann sich Brodowy wieder minutenlang der sinnlichen Schönheit des Wortes "Hornhauthobel" hingeben. Der plötzliche Schwenk auf Rucola-Salat mit Parmesan-Splittern war dabei ausnahmsweise nachvollziehbar.

"Macht mehr Blödsinn", empfiehlt Brodowy das eigene Lebensrezept dem lachtränenüberströmten Publikum. Dabei sind seine Texte und Lieder beileibe nicht immer lustig. Es war eine temporeiche One-Man-Show, Texte und Töne in Laut und in Leise, Klassiker und Aktuelles, jenseits der Frage, ob das nun Kabarett oder Comedy ist.

Mit Beifallsstürmen und der Forderung nach Zugabe verabschiedeten die KulturKrone Besucher den Kabarett-Experten. An diesem Abend konnte der "Künstler mit dem schwierigen Namen" Fans aller Altersklassen für sich gewinnen. Auch Senioren, obwohl die ja von der Ausrottung bedroht sind. Weil sie so unvorsichtig mit dem Tastaturbefehl "Alt-Entfernen" umgehen.

Stefan Waghubinger

Stefan Waghubinger bei der KulturKrone

Der gebürtige Österreicher Waghubinger spielt in seinem Kabarett-Programm „Außergewöhnliche Belastungen“ im Gasthaus zur Krone in Durlangen den nörgelnden Biedermann.

Aber er ist nur scheinbar jemand, der sich an Kleinigkeiten stört. Er denkt stets in großen Zusammenhängen. Und bringt nach gefühlten hundert Ecken am Ende jeden Gedanken pointiert und meist mit trockenem Humor zum Abschluss.

In seinem Programm nimmt Waghubinger etwas so Nüchternes wie die eigene Steuererklärung zum Anlass, über das Leben, die Liebe, Gott und die Welt zu philosophieren.

Waghubinger macht es vor. Mit Sätzen, die ganz einfach klingen, die es aber in und zwischen sich haben.

Die übermächtige political correctness macht es erforderlich, schwer „aufzupassen, dass man seine Meinung nicht falsch ausspricht“. Vermutlich ist alles anders gemeint.

Waghubinger hat die österreichische Gemütlichkeit. Ein bisschen Schmäh und Charme. Das gibt seinen Formulierungen einen weiteren Drive, den diese kaum nötig haben. Der Kabarettist mimt den tolpatschigen, zerstreuten und etwas trotteligen Mitbürger.

Die wohl beabsichtige Selbstentlarvung der Gesellschaft funktioniert so ideal. Die Steuererklärung ist ein prima Ausgangspunkt für die Erzählungen aus seinem Leben und seine Gesellschaftskritik.

Onkel Heinz kommt ihm in den Sinn. Er war Steuermann auf einer Donaufähre und hatte den Lebenssatz, dass er auf der Brücke stehe. Als der Fährbetrieb eingestellt wird, steht er wieder auf der Brücke – und wird bald darauf an der Staumauer gefunden.

Der Humor ist so schwarz wie Ken, nachdem er seiner Tochter beim „Barbie spielen“ in die Holzschutzlasur gefallen ist. Zuvor hatte Waghubinger, um den Anforderungen der Frauen gerecht zu werden, die Tochter aufgefordert, Ken statt Barbie die Koffer hinterher tragen zu lassen. Doch nach der lasurbedingten Mutation Kens zum Schwarzen sieht das Bild wieder anders aus….

Ein Dilemma jagt das nächste in dieser verkrampften Welt, in der die Steuererklärung noch das Einfachste zu sein scheint. Obwohl. „Die Steuererklärung ist der Berg, der einen vom Leben trennt“, sinniert Waghubinger.

Überhaupt, die Trennungen sind ein wesentlicher Bestandteil im Leben des Stefan Waghubinger und seinem sarkastischen Programm der außergewöhnlichen Belastungen. Das Leben hat ihn von seiner Frau getrennt. Die Mülltrennung von der Kindheit, zumindest dem Gefühl dieser Zeit.

Als Zugabe gibt’s noch ein Schmankerl, sozusagen das Sahnehäubchen auf die Veranstaltung. Kleine Lesungen aus seinen Büchern, die es für Kinder und Erwachsene, bebildert und rein beschrieben gibt und die beste Unterhaltung zum Nachdenken versprechen.

Mit großem Beifall wird Stefan Waghubinger von der Bühne begleitet. Mit dem Versprechen, wieder bei der KulturKrone aufzutreten.

"Ein Italiener kommt selten Allein" - das Publikum lacht wieder Tränen

Durlangen. Mit Comedy vom Feinsten begeisterte Roberto Capitoni mit seinem Programm „Ein Italiener kommt selten allein“ am Freitagabend bei der KulturKrone im Gasthaus zur Krone in Durlangen und beim Publikum blieb kein Auge trocken.

Es ist schwierig genug, den Deutschen und den Italiener - fein säuberlich durch die Gürtellinie voneinander getrennt - unter einen Hut zu bekommen! Und wenn dann noch ein Schwabe mitmischt? Kein Problem, das setzt Roberto Capitoni beim Auftritt in der Krone als leibhaftig Betroffener rasant und urkomisch in Szene.

Träumt der Italiener vom Alpha Romeo, so macht sich der Deutsche über die Gründung einer Fahrgemeinschaft Gedanken. Reißt sich der Italiener in Erwartung einer Liebesnacht die Sachen vom Leib, legt der Deutsche sie fein säuberlich zusammen über die Sofalehne.

Schlag auf Schlag geht es, wenn Roberto Capitoni seine Rollen wechselt und markant in Mimik und Sprache seinen Vater, sich selbst, Freundinnen, Gattin, Tochter mit Freund und nicht zuletzt Onkel Luigi - mit herrlich deutsch-italienischer Stimme – in Mafiosi-Art - gibt. Immer wieder sucht er den Kontakt und den Dialog zu den Gästen.

Themen hat er reichlich, vom Zwist mit seiner pubertierenden Tochter über seine Vorstellung als Filmeproduzent zu arbeiten. Hier möchte er die Filme rückwärts abspielen. Dies ist eine durchaus interessante Alternative zum Original: „Der weiße Hai spuckt lauter Leute aus, die dann zusammen eine Strandbar eröffnen!“ und er schleust Louis de Funes bei Star Wars ein.

Ebenso lässt Capitoni die Gäste in Erinnerungen schwelgen; an die gute alte Kassette und die durchgeführten Aufnahmen. So hat er die gesamten Staumeldungen von 1977 bis 1999, natürlich nur durch die Unterbrechungen während der Liedaufnahmen.

Roberto brennt eine Show aus Humor und Charme ab und man spürt italienisches Temperament in seinem Blut. Nass geschwitzt und nach zwei Zugaben verlässt er nach zweieinhalb Stunden die Bühne mit dem Wunsch gerne wieder mit seinem neuen Programm zu solch einem grandiosen Publikum zu kommen.

Die Feisten

die preisträger des deutschen Kleinkunstpreises 2017 "die feisten" brillieren bei der Kulturkrone

Johlender Beifalls bereits beim Betreten der Bühne. Da zögerten Matthias „C“ Zeh und Rainer Schacht natürlich nicht, sich mit dem ihrem erstem Song für das Erscheinen des Publikums zu bedanken und den Rest der Welt zu grüßen. Sie erzählten von Ihrer Begeisterung über den Empfang in der Krone und ihr Wohlbefinden im Hause Waibel.

Was sich hinter „die feisten verbirgt, bewiesen sie mit ihrem aktuellen Programm „Nussschüsselblues“ im ausverkauften Saal des Gasthaus zur Krone in Durlangen.  Zum zweiten Mal bei der KulturKrone durfte man die Mixtur aus Klassikern wie „Gänseblümchen“ oder „Der Junge mit der Mundharmonika“ und neuen Liedern in vollen Zügen genießen. Egal, worüber „C.“ und Schacht singen – es wird zum Ereignis. Ursprünglich in Göttingen beheimatet, hat es den einen nun nach Kassel, den anderen nach Mannheim verschlagen. Sie fassen ihre genial getexteten Alltagsbeobachtungen und Kommentare in Verse und stimmen sie dann mit Gitarre oder Vokalbegleitung an.

Hinzu kommt oft ein Kontrast innerhalb der Songs. Da wird ganz soft im Klang von derben körperlichen Misshandlungen durch Brüder mit Migrationshintergrund beim Umwerben der Schwester gesungen. Oder in einem Duktus, der den Fuß nicht stillstehen lässt, das Ruhighalten der Finger angemahnt, wenn es im „ Nussschüsselblues “ darum geht, nicht in die Erdnussschüssel zu greifen.

Man könnte den beiden stundenlang zuhören und bedauert höchstens, dass die teils herrlich selbstironischen Lieder irgendwann zu Ende sind. Egal, ob sie über den Tsunami der Liebe, der Gammelfleischpartie, den Widerspruch innerer Werte und äußerer Erscheinung, Schein und Sein, die Argumente pro Vegetarismus singen oder einen Abgesang am Grab intonieren – jede Nummer dieses famosen Duos sitzt perfekt und dokumentiert unglaublich klugen Witz.

Mit ihrem smarten Talk sowie dem variantenreichen, kreativen und eingängigen Songmaterial fiel es den Feisten in keiner Sekunde schwer, die Zeit kurzweilig zu gestalten und das Publikum willig mitmachen zu lassen. Einer der Refrains des Abends lautete: „Es ist gut, wenn du weißt, was du willst. Wenn du nicht weißt, was du willst, ist es nicht so gut“. Bei den Feisten wusste das Publikum ganz genau, was es wollte: Zugabe, und nicht nur eine.

Unter tosendem Applaus wurden die beiden Musiker von der Bühne der KulturKrone verabschiedet. Natürlich mit dem Versprechen, mit dem neuen Programm wieder nach Durlangen zu kommen.